Schwule Mädchen und Tanz gegen Gewalt?

Interviews und Berichte Politik und Gesellschaft

Von Elina G.

Sexismus? Homophobie? Feminismus? Gleichberechtigung?

All diese Begriffe kennen heutzutage bereits die meisten Leute, aber wissen denn auch alle, was sie bedeuten, wann man sie einsetzen kann und wann nicht?

Falls nicht, sollte man sich informieren, was natürlich über das Internet möglich ist.

Oder man nimmt als Schüler an außerschulischen Projekten wie dem Aktionstag „One Billion Rising“ teil. Dieses Großprojekt welches sich hauptsächlich mit dem globalen Thema: „Gewalt gegen Frauen“ auseinandersetzt, fand am Mittwoch, den 23.01., im FEZ statt. Dieses Thema ist aber nicht das Einzige, was dort besprochen wurde. Als Schüler konnten wir vorab zwischen verschiedensten Workshops, z.B. zu den Themen Geschlechtsrollen oder Sexismus, wählen. Viele Fragen wie: Sind wir wirklich alle gleich? Geschlecht – Wirklichkeit oder Konstruktion? Ich bin nicht weiblich – was geht mich das an? (etc.) wurden dort besprochen und geklärt.

Es gab vielfältige Workshop-Angebote, wie z.B.: Tanzen gegen Gewalt oder Vollkontakt Karate. In diesen Workshops wurde eher praktisch und körperlich aktiv gearbeitet. Es gab aber auch die Möglichkeit zu diskutieren und über Themen zu reden. Zu diesem Bereich zählten z.B. die Workshops: Argumentationstraining gegen sexistische Äußerungen oder Schwule Mädchen – ein Workshop zu Geschlechterbildern.

Man könnte jetzt vielleicht auch denken „Wozu brauche ich sowas denn?“, „Ich kann da auch einfach googeln.“ Die Frage, wozu solche Workshops und Projekte gut sind, ist einfach zu beantworten. Die Menschen auf dieser Welt regen sich viel und gefühlt auch teilweise über alles auf. So würde der eine oder andere, der das hier gerade liest, sich bestimmt auch denken: „Ein Tanz gegen Gewalt? Lächerlich.“

Und um ehrlich zu sein ist dieser Gedanke durchaus nachvollziehbar, allerdings hat jeder einzelne, welcher eventuell gerade doch ein wenig Interesse entwickelt, auch die Möglichkeit an einem 14.02. zur Dance Demo vor dem Brandenburger Tor zu gehen – auch im nächsten Jahr wird diese vermutlich wieder stattfinden.

Vor allem, weil an diesem Tag Valentinstag ist und bestimmt nicht jeder einen Partner hat, weshalb man den Tag auch einfach draußen verbringen und eine gute Sache unterstützen kann, anstatt vor dem Handy oder dem Fernseher zu sitzen und sich Liebesfilme anzusehen, nur um anschließend traurig zu werden und Pizza zu bestellen.

Ich persönlich hatte zu meiner eigenen Überraschung viel Spaß während des Workshops „Schwule Mädchen – ein Workshop zu Geschlechterbildern“. Obwohl ich schon recht viel über das Thema weiß, war es trotzdem interessant, mit anderen in einer Diskussionsrunde darüber zu reden und sich auszutauschen. Um ehrlich zu sein, ich war am Anfang dieser „Tanz gegen Gewalt“-Sache gegenüber sehr misstrauisch gestimmt und als am Ende der Tanz noch einmal vorgeführt wurde und alle aufgefordert wurden mitzutanzen, bin ich leider immer noch misstrauisch geblieben, was allerdings keineswegs heißt, dass es nicht gut war.

 

Als dieses Jahr am 14.02. (von 16 bis 18 Uhr) viele Menschen zusammen vor dem Brandenburger Tor tanzten, war dies – glaubt man Bildern und Berichten – tatsächlich sehr beeindruckend. Seit 2013 findet die Demo jährlich am gleichen Datum statt; die Workshops im FEZ kurz davor. – Weitere Informationen zu beidem findet ihr hier: http://www.centre-talma.de und hier: http://www.onebillionrising.de.

 

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