Düsseldorfer Freibad wird zum Tatort – Jugendstreich oder Terrorakt?

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26. Juli, 17.58 Uhr: Von einem Düsseldorfer Freibad aus wurde vor Kurzem ein Notruf an die Polizei abgesetzt. Der Grund: Eine große Gruppe Jugendlicher blockiere die Rutsche. Wenige Minuten später ist die Polizei vor Ort. Nach Angaben von Zeugen sei die Lage weitestgehend ruhig gewesen, es sei zu keinen größeren Streitigkeiten gekommen.
Dennoch: Die Besucher des Bades werden rund 15 Minuten nach Eintreffen der Polizei gebeten das Bad zu verlassen. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um eine Gruppe 50 bis 60 nordafrikanischer Jugendlicher, zu weiteren Konflikten oder gar Gewalt sei es aber nicht gekommen.
Trotzdem: Die Medien werden aufmerksam. Im EXPRESS steht am 29.07.2019 fettgedruckt „Stadt macht Schotten für Randalierer dicht“. Auch die AfD wird hellhörig. Sie spricht von 60 jungen nordafrikanischen Migranten, die das Freibad erneut „terrorisieren“ und von einem „Kriegsschauplatz“. Aber wie kann das sein? Zeugen und Polizei sprechen doch lediglich von einer lebhaften, aber friedlichen Auseinandersetzung und nach eigener Aussage haben sich die Badegäste zu keiner Zeit bedroht gefühlt. Auch der Oberbürgermeister von Düsseldorf, der erst noch von „ausländerrechtlichen Konsequenzen“ gesprochen hat, tritt jetzt kritisch gegenüber der Stellungnahme der AfD auf. Die Antwort auf die Frage, wie das sein kann liegt, auf der Hand: Aus solchen Konflikten können einige Parteien Gewinne ziehen.

Auf der Grundlage eines Berichts von Monitor vom 08.08.2019

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