Australien hat noch nicht genug – jetzt wird mit Kohle nachgefeuert!

Politik und Gesellschaft

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Der umstrittene Hafen „Abbot Point“ an der Ostküste Australiens ist für Indien ein wichtiger Anlaufpunkt, um die Energieversorgung Indiens in Zukunft gewährleisten zu können. Deshalb beabsichtigt der indische Konzern „ADANI“ Steinkohleminen südlich von Charter Towers anzulegen.

Welche Probleme die Errichtung von fünf unterirdischen Kohleminen und sechs Tagebauen sowie der Ausbau des Kohleexporthafens Abbot Point mit sich bringen, klären wir für euch in diesem Artikel. Also dran bleiben lohnt sich!

Wusstet ihr, dass es den Kohlehafen Abbot Point schon seit 1984 gibt, wahrscheinlich nicht, oder?

Die Verantwortlichen des indischen Unternehmens „ADANI“ pachteten für 99 Jahre das Steinkohlerevier und die Hafenanlage von Abbot Point. Damit können sie über die Nutzung des Gebietes für die kommenden fast 100 Jahre frei entscheiden.

Der Vorsitzende des australischen Rohstoffverbands in Queensland sagte begeistert: „Durch den Ausbau des Hafens kann es für diese Region nur aufwärts gehen.“, denn der Hafen solle jährlich 26 Milliarden US-$ für dien Staat Australien einbringen. Der Ausbau dieses Hafens wurde 2015 trotz weltweiter Proteste wegen Umweltbedenken von der australischen Regierung genehmigt. Die Verladekapazität soll durch die Erweiterung der Hafenanlagen versechsfacht werden und das in nur 20 km Entfernung vom weltberühmten Great Barrier Reef.

Diese Erweiterung des Hafens wird gewaltige Probleme mit sich bringen. Durch Baggerarbeiten zur Vertiefung des Hafenbeckens und der Fahrrinne für große Kohlefrachter auf 17m Tiefgang können Verwirbelungen des Meeresbodens auftreten, die das Leben der Tiere im Wasser bedrohen. Außerdem können diese unter akutem Unterwasserbaulärm, der hochschädlich für sie ist, leiden. Aber nicht nur die Tierwelt würde gefährdet werden, sondern durch die bautechnisch notwendige Grundwasserabsenkung im Zuge des Kohleabbaus würden  Festlandsflächen im weiten Umkreis der Minen austrocknen, was zur verstärkten Brandgefahr in den australischen Buschländern im Zuge des globalen Klimawandels führen könnte.

Nicht zu unterschätzen ist die mögliche  Kollision von Kohlefrachtern  in der schmalen Fahrrinne durch das australische Korallenriff. Ist die Kohle dann in Indien eingetroffen, würde sie dann zur Energiegewinnung in Kohlekraftwerken verbrannt werden. Durch die Verbrennung von Kohle würden große Mengen CO2 zusätzlich ausgestoßen werden, was massive Folgen für unser globales Klima haben würde.

Ihr habt in den letzten Monaten gesehen, wie Australien brennt und was natürlich auch überall in Trockengebieten passieren kann. Megafeuer gefährden unser Leben auf dem Planeten. Klar hat der Kohleexporthafen eine enorm wichtige wirtschaftliche Bedeutung, mit dem man „Kohle“ machen kann. Aber reicht das aus, um grünes Licht für dieses ADANI-Projekt zu geben? Zur Nachhaltigkeit gehört es auch, gravierende Umweltschäden auf jeden Fall zu vermeiden und nicht noch zusätzlich „das Feuer“ anzuheizen. Austrocknung und ein erhöhter CO2- Ausstoß gefährden unseren Lebensraum eben nicht nur in Australien.

Deshalb sind wir der Meinung, dass das „ADANI-Projekt“ auch als „Brandbeschleuniger“ oder „gefährliches Spiel mit dem Feuer“ (nicht nur für Australien) in jeder Hinsicht gewertet werden und deshalb gestoppt werden muss.

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