14, Februar, 2021

Teachers Talk – #3 mit Herrn Schöneburg

In der neuen Folge Teachers Talk reden wir mit Herrn Schöneburg und stellen ihm Fragen, die bei allgemeinen Themen beginnen und bei Pizza oder...
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Ein offener Brief an Christian Lindner

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Sehr geehrter Herr Lindner,

drei Jahre ist es nun her, dass sie als führende Kraft die FDP wieder in den Bundestag zurück geholt haben. Mit Rufen nach Digitalisierung, Text-(und Lindner)lastigen Wahlplakaten und 10 Prozent der Stimmen haben sie dem Liberalismus in Deutschland wieder eine Stimme gegeben. Da hört der positive Teil der Geschichte auch schon auf.

Zurück im Jahr 2020, finden wir eine FDP vor, die rückratlose, inhaltslose und realitätsferne Politik betreibt, wie fast keine andere Partei. Dass diese Politik mittlerweile in den Umfragen Probleme hat, die 5%-Marke zu erreichen, ist verständlich. Aber nun lassen sie uns doch konkreter werden und die kritischen Punkte der „Lindner-FDP“-Politik einmal phrasieren.

Da wäre zum Beispiel die politische Ausrichtung der Partei, die in verschiedenen regionalen Kreisen, sowie auch auf Bundes- und EU-Ebene große Unterschiede, wenn nicht sogar Widersprüche aufweist. Einerseits strebt man nach eigener Einschätzung nach ökologischer Innovation, schreibt sich eine fortschrittliche Wirtschafts- und Umweltpolitik auf die Fahne, andererseits wirbt man aber vor allem in Ostdeutschland mit konservativen Phrasen und nimmt auch mal gerne die Zustimmung der AfD dankend an (das geht dann wohl eher an Parteikollege Kemmerich). Kurzgesagt, es braucht Richtung. Liberal sein heißt vor allem Freiheitsliebend zu sein und wer die Freiheit liebt, stellt sich gegen Parteien, die Menschen ihre sexuelle und religiöse Freiheit wegnehmen wollen, weil es ihrer Vorstellung von „deutscher Kultur“ nicht entspricht.

Kommen wir zum Hauptkritikpunkt. Wir wollen ja nicht, dass mein Brief noch länger wird, als die Jamaika-Koalitionsverhandlungen. Im 21. Jahrhundert, dem Zeitalter der Digitalisierung aber auch dem Zeitalter der ökologischen Innovation steht die Menschheit vor vielen Möglichkeiten, jedoch auch vor vielen Problemen. Klimawandel, Globalisierung, soziale Ungerechtigkeit und Korruption sind nur einige Stichwörter. Jetzt braucht es vor allem eines, Realpolitik! Politik die gleichermaßen nachhaltig und realistisch ist (also genau das Gegenteil des utopischen Gleichheitsfetischismus der Linkspartei). Eine Partei, die das erkannt hat, sind die Grünen. Man halte von ihnen, was man wolle, aber ihre realpolitische Einstellung zur Öko-Politik kann man ihnen nicht absprechen. Genau das fehlt der FDP eben. Das war am 19. September beim FDP-Parteitag wieder stark zu merken. Anderthalb Stunden haben sie da unter dem Motto „Mission Aufbruch“ über Zukunftspolitik geredet. Zentraler Punkt war natürlich wieder „Digitalisierung“. Sie wollen Schulen mit mehr Laptops ausstatten, ganze Jobs digitalisieren, aber mit welchem Geld bitte, wenn man dazu auch noch (mal wieder) Stuerreformen fordert?

Es ist die alte Leier. Große Klappe, nichts dahinter. Der momentane Pfad, den die FDP einschlägt, lässt doch sehr stark an Ihre letzten zwei Vorgänger, Phillip Rösler und Guido Westerwelle erinnern. Aber nur zu. Beweisen Sie, dass sie kein „Westerwelle 2.0“ sind und dass Ihre Vorstellungen einer „sozialen Martkwirtschaft“ und die achso-tolle Digitalisierung die Freien Demokraten wieder zurück in die Reihen der Regierung führen kann.

liberale Grüße,

Benjamin Beckert.

Deutschlands Divergenz zwischen arm und reich

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Immer wieder stelle ich mir die Frage: Was kommt nach der Schule? Was mache ich nach dem Abi? Womit will ich mein Geld verdienen und: kann ich mit dem, was ich gerne machen würde, überhaupt genug Geld verdienen?

Ein Artikel über Deutschlands zunehmende Ungleichheit.

Eine renommierte Methode, um die Reichtums Verhältnisse in Deutschland zu zeigen, ist die Darstellung in einem Koordinatensystem. Dabei entspricht die y – Achse der Höhe des Reichtums und die x – Achse dem Anteil der Deutschen, die dieser Vermögensklasse angehören (Abbildung 1). Anhand der Grafik erkennt man gut, wie ungleich verteilt das Vermögen in Deutschland ist. Zeichnet man das Koordinatensystem auf ein DIN-A4-Blatt und teilt es so ein, dass 95% der Bevölkerung Deutschlands darauf abgebildet werden können, dann schwebt die vermutlich reichste Familie Deutschlands mit einem ungefähren Vermögen von 33 Milliarden Euro (Stand 2019) unglaubliche 6,6 km über diesem Blatt. Die Familie Reimann machte ihr Geld durch die Gründung der Chemiefirma Benckiser, entwickelte zahlreiche Erfindungen in verschiedenen Bereichen der Chemie und ist auch in der Kaffeebranche tätig.

Abbildung 1: Koordinatensystem über die Reichtums Verhältnisse in Deutschland

Heutzutage sind es die Entwickler von Immobilien, die durch den Bau oder Ausbau von Gebäuden mit Wohnflächen Kapital anhäufen. Durch diese Entwicklung in den letzten Jahrzehnten kommt es zu Ungleichheiten. Seit 1990 zum Beispiel haben sich die Mietkosten in Deutschland im Mittel fast verdoppelt. Ein Quadratmeter Mietfläche kostete 1990 noch rund sieben Euro, heute sind es schon fast 13 Euro pro Quadratmeter. Dazu kommt noch, dass die Mietkosten in den begehrten Wohngebieten Deutschlands, also Berlin, München, Köln und auch Frankfurt am Main nochmals höher sind.

Dieser Handel mit Immobilien hat direkte Auswirkungen auf die Mittelschicht der Bevölkerung. Während vor einigen Jahrzehnten die Mittelschicht den größten Anteil der Deutschen ausmachte und eine stabile Einkommensklasse war, hat sich über die letzten Jahrzehnte hinweg eine klare Spaltung zwischen arm und reich durchgesetzt. Zwar ist auch heute noch die Mittelschicht der Größte Anteil der Bevölkerung, aber sie wird immer kleiner, nicht zuletzt durch die steigenden Mietpreise. Die Wohnungen, die gebaut werden, sind zumeist Eigentumswohnungen, die nicht dazu gedacht sind günstig zu wohnen, sondern um Kapital anzulegen. Ein normal verdienender Angestellter mit Familie kann sich eine solche Wohnung nicht leisten. Stattdessen machen Investoren und Immobilienentwickler mit solchen Wohnungen das Geschäft ihres Lebens. So kommt es, dass Mieter aus den beliebten Wohngegenden verdrängt werden und durch reiche Erben oder anders zu Geld gekommene Menschen ersetzt werden. Die Mieter müssen folglich in Randgebiete ziehen und geraten so in die ärmeren Schichten der Bevölkerung. Jene hingegen, die es sich leisten können auch eine teurere Wohnung zu bezahlen, finden sich in den Kreisen der Oberschicht wieder und die Mittelschicht stirbt Stück für Stück aus.

Gleichzeitig wird es schwerer sich aus der Armut hochzuarbeiten und das Risiko für Wohlhabende ihr Kapital zu verlieren ist in letzter Zeit gesunken. Die Spaltung der Bevölkerung verfestigt sich immer weiter und die Herkunft einer Person wirkt sich stark auf deren berufliche und soziale Erfolgschancen aus: Erben von wohlhabenden Eltern können das geerbte Geld weiter investieren beziehungsweise durch geerbte Immobilien weiterhin Kapital machen oder die gut laufenden Firmen ihrer Eltern übernehmen. Kinder aus unteren Einkommensklassen haben es schwer sich hochzuarbeiten, aus eben genannten Gründen.

Unsere Gesellschaft driftet also immer weiter auseinander und ein Ende ist noch lange nicht in Sicht. Doch eines ist klar: Es muss etwas passieren, denn sonst werden sich die Menschen, die aus der Mittelschicht abgefallen und verletzt worden sind, zusammenschließen und gegen die Ungleichheit in Deutschland rebellieren. Doch vielleicht ist eine Rebellion ja genau das, was wir brauchen um eine Gesellschaft mit weniger Ungleichheit zu erreichen…

Ich für meinen Teil weiß, dass ich weder zu denen gehören möchte, die Wohnungen als Geldanlage kaufen und so anderen Menschen das Leben schwer machen. Genauso wenig möchte ich aber zu denen gehören, denen das Leben schwer gemacht wird. Ich hoffe, dass ich irgendwann einen Mittelweg zwischen diesen beiden Klassen finden kann.

Merian für Moria – eine Woche für den guten Zweck

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Die GSV vom 19.11. markierte eine wichtige Entscheidung im so verkorksten Kalenderjahr 2020 für die Merian Schule. In Zeiten von Maskenpflicht und Virusangst wollte die Schülerinitiative „Merian für Moria“ an die Solidarität der Schülerinnen und Schülern appellieren und auf die Tragödie des abgebrannten Flüchtlingslagers Moria auf Lesbos aufmerksam machen. Das MfM-Team bat bei der genannten GSV um 1000€ aus der Kasse des Fördervereins, um diese dann an die Wohltätigkeitsorganisationen „UNICEF“ sowie „Ärzte ohne Grenzen“, welche Hilfspakete für das abgebrannte Lager und seine ehemaligen Residierenden anbieten, zu spenden. Darüber hinaus plante die Gruppe aus mehreren Mitgliederinnen und Mitgliedern des 12. Jahrgangs eine Spendenwoche mit Aktionen und Angeboten, deren Erträge auf den Spendenberg aufgeschüttet werden sollten. Nach hitziger Debatte und mehreren Anträgen entschied die GSV dann um 9:20 Uhr mit 42 zu 10 Stimmen für die Übergabe der Fördergelder in die Hände der MfM Akteure. Darauf folgte die eben schon erwähnte Spendenwoche, welche den Zeitraum vom 23.11. bis zum 27.11. umfasste. In  dieser Woche bot das MfM-Team in den Hofpausen vielfältige Angebote für Preise um die Ein-Euro-Marke an. Am Montag eine Infoveranstaltung im AUDIMAX, am Dienstag einen Kuchenbasar, am Mittwoch einen Mini-Rummel mit klassischen Jahrmarktspielen und am Donnerstag eine Auktion von lehrerangebotenen Aktivitäten mit Schülerinnen und Schülern. Diese Woche verlief prächtig, einerseits dank der guten Organisation des MfM-Teams, vor allem aber auch durch die zahlreichen Spenden, die zusätzlich zu den anderen Aktionen über die Der Merianer Website getätigt werden konnten. Nach dieser erfolgreichen Woche steht Merian für Moria bei 5570€ an Spendengeldern und wird diese nun an die Organisationen weitergeben.

Was geht ab – Veganes Bodybuilding

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Was geht ab! So heißt mein neues Format, dass sich nicht nur damit beschäftigt, was lokal, also in Köpenick und international, also in Berlin so passiert, sondern auch neue Perspektiven zeigen, ggf. Denkanstöße liefern und nebenbei auch noch Ausflugstipps geben soll.

In der ersten Ausgabe treffe ich Lael, einen 19 jährigen veganen Kraftsportler und stelle ihm Fragen über sein Leben, seinen Sport und seine Message.

Sing dela Sing an der Merian Schule

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Die Merian Schule veranstaltet einen Gesangswettbewerb und alle Schüler können mitmachen!

Angelehnt an das Format: “Sing dela Sing” des rbb veranstaltet unsere Schule dieses Jahr, initiiert von Herrn Buchschmid, einen Gesangswettbewerb, bei dem es, so Herr Buchschmid: “Nur auf den Spaß ankommt”,  jedoch auch gute Preise zu gewinnen gibt.
Die Umsetzung: JEDER – ob Sänger oder nicht kann bis zum 15.06. einen von diesen Songs auswählen und eine Cover-Version davon aufnehmen. Dabei ist es wichtig, dass jeder die Version der rbb Seite verwendet.
Man schnappt sich also einfach seine Kopfhörer, macht den jeweiligen Song an und filmt sich dabei, wie man diesen mitsingt.
Dann muss man das Video (nur mit der Stimmenaudio – ohne backing track) einfach an ch.buchschmid@merian.schule senden und ist somit in der Auswahl für den Wettbewerb. Zu jedem Song wird ein Zusammenschnitt erstellt, bei dem alle eingesendeten Videos mit der Karaoke Version des Songs gemischt werden.
Eine Fachjury wird außerdem die besten Videos nominieren und es wird unter anderem ein gutes USB-Mikrofon zu gewinnnen geben, um das Gesangstalent zu belohnen, so Herr Buchschmid.
Weitere Informationen zur Preisverleihung folgen.

Hier noch einmal alle wichtigen Links:
Trailer Sing dela Sing
Vorschauvideo der Lehrer
rbb Songauswahl

Wenn die Datei zu groß ist: WeTransfer

Vielen Dank an Joshua W., für das Video!

Coronakrise: Stellungnahme der Schulleitung

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Wir haben die Schulleitung (Herr Mikolajski) interviewt, um Infos zum aktuellen Status und zur Umsetzung der Coronamaßnahmen an unserer Schule zu bekommen.  Neben einer persönlichen Meinung zur Coronakrise hat Herr Mikolajski am Ende sogar noch eine Message an alle Schüler.

 

 

 

Coronakrise: Was denken Schüler über das Virus?

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Politische Rede von Milan Schauer (10.2)

Sehr geehrte Damen und Herren im Bundestag,

die Corona-Krise bringt viele Probleme mit sich. Die ganze Welt ist in Alarmbereitschaft. Ausgangssperren und Quarantäne gehören zurzeit zum Alltag. Es ist eine immense Aufgabe für alle. Aktuelle Nachrichten handeln ausschließlich von einem Thema. Doch ist die Corona-Krise der einzige Grund oder zeigt sie nur, wo die Probleme liegen?

Wir in Deutschland sind glücklich über eine schnelle finanzielle Unterstützung von Unternehmen, welche von der Krise besonders getroffen sind. Restaurants, Kaffees, Friseur-Salons und unzählige andere Geschäfte mussten schließen. Tausende müssen zu Hause bleiben. Manche können dort arbeiten, doch viele nicht. Viele mussten ihren Job aufgeben. Doch die finanzielle Unterstützung aller ist in Deutschland gesichert. Aber auch um die medizinische sowie Lebensmittel-Versorgung muss man sich hier keine Sorgen machen: Hamsterkäufe sind völlig sinnlos und rücksichtslos.

Der größte Dank geht an die, die jeden Tag zur Arbeit gehen um das Land am Laufen zu halten. So sieht das in Deutschland aus. Doch wie ist das in anderen Ländern? Im Ausbruchsland China wurde der Virus überwiegend wieder eingedämmt. Ein paar Tage nach dem ersten Auftreten des Virus wurden riesige Gefahrenstädte abgeschlossen. Niemand kam mehr raus oder rein. Alles war unter Quarantäne. Durch solche drastischen Maßnahmen konnte das Virus unter Kontrolle gebracht werden. Ein weiterer wichtiger Faktor war die Auswertung von Kontaktdaten der infizierten Personen. Durch das ständige Überwachen der Bürger geht das Ausfindigmachen von Kontaktpersonen schnell und ohne große Komplikationen. In Deutschland ist
eine ständige Überwachung der Bürger durch das Persönlichkeitsrecht im Grundgesetz verboten. Das ist auch gut so. Doch wäre es nicht sinnvoll, in einer solchen lebensgefährlichen Notlage, die Handydaten Infizierter zu nutzen um mögliche andere Infizierte zu identifizieren? Das sollte doch selbstverständlich sein. Stattdessen wird nur darüber diskutiert, statt schnell Maßnahmen zu entwickeln.

Und niemand möchte was ändern. Das führt uns zu einem nächsten Problem. Die deutsche Regierung möchte keine drastischen Maßnahmen einsetzen, um das Virus einzudämmen. Sie hat Angst, das Vertrauen und somit Wählerzahlen zu verlieren. Dieses Problem löst die Regierung ganz einfach: Sie macht es zur Ländersache. Die einzelnen Bundesländer entscheiden jetzt, was sie für Maßnahmen einsetzen. Wer eine Maßnahme einsetzt, gilt als Vorreiter. Der Rest zieht meistens nach. Das passiert, obwohl viele Politiker immer wieder davon reden, enger zusammen zu arbeiten. Umgesetzt wird das nicht.

Ein ähnliches Problem gibt es auch auf EU-Ebene. Es wird zwar oft davon geredet, eine EU weite Lösung zu entwickeln und zusammen zu arbeiten. Am Ende beginnt doch jedes Land alleine den Kampf gegen das Virus. Das ist oft so in der EU. Besonders die ärmeren EU-Mitgliedsstaaten, wo die Ausbreitung rasend schnell geht und das Gesundheitssystem kollabiert, brauchen jetzt die Unterstützung der EU. Italien hat beispielsweise einen EU-Kredit vorgeschlagen. Das würde Italien viel helfen und am Ende nicht so viel kosten. Doch Deutschland stimmte dagegen. Es befürchten eine Verschuldung. Somit verweigern es die finanzielle Hilfe eines Mitgliedsstaates. Ist das nicht der Zweck der Europäischen Union?

Das Problem wird erst recht schlimmer, wenn sich das Virus in Entwicklungsländern mit einem schwachen Gesundheitssystem ausbreitet. Diese könnten eine extrem hohe Sterberate davontragen und eine große Wirtschaftskrise hervorrufen. Nachdem in Indien teilweise Ausgangsperren ausgehängt wurden und keine Verkehrsmittel mehr fuhren, sind tausende Tagelöhner ohne Geld umhergeirrt. Auf eng besiedelten Räumen ist die
Ausbreitung fast nicht mehr zu stoppen. In Flüchtlingslagern könnte es zu vielen Toten kommen. Die EU hilft da nicht. Die 42.000 Flüchtlinge auf Lesbos, welche unter menschenunwürdigen Lebensumständen wohnen, will die EU nicht aufnehmen, da sie Angst vor einer Flüchtlingskrise wie 2015 hat. Hierbei sorgt die in Geld badende EU dafür, dass tausende Flüchtlinge, die nichts haben, auch nichts bekommen und keine Chance haben, der Corona-Krise zu entkommen.

Der unsolidarische, rücksichtslose Kampf untereinander, die Schuldzuweisung, die fehlende Zusammenarbeit sind nur ein kleiner Teil der Probleme, die die Corona-Krise aufzeigt. Sie zeigt aber wie die Welt funktioniert. Die reichen Länder denken nur an sich, reden davon den ärmeren zu helfen und unternehmen dann doch nichts. Und das ist
ein Problem. Deswegen fordere ich mehr Unterstützung und Zusammenarbeit für stark betroffene EU-Länder und Entwicklungsländer!

 

Gedicht von Julia Schlonski (10.2)

Coronissmus

Ein trauriger Fremder steht da.
Mit wütenden Augen hinter mir her.
Zu mir sage ich, bleib lieber wach,
denn er läuft wie wild umher.

Jeder guckt jeden an, das ist doch nichts.
Ich gehe also weiter mit meinen Hamstern in der Tasche.
Ein Gefühl von üblen Bauchschmerzen liegt in meiner Todesasche.
Ich sollte für immer weg sein, ihm angesichts.

Corona flüstert er und ich dreh mich um.
Ich ahnte was und es geschah.
„Ihr verdammten Verseucher, kommt uns nicht zu nah!“

Ich fiel und sah nur schwarz.
Schwarz, die Farbe des Rassismus – die mich zu Boden trat.
Ich lache aus Lächerlichkeit Tag für Tag.

(Inspiriert an einem echten Vorfall, bei dem ein US-Amerikaner mit Äußerlichkeiten eines Asiaten, auf eine Gruppe junger Männer stieß, die ihn wegen der Pandemie rassistisch angingen und körperlich attackierten.)

 

Kurzgeschichte von Rik Gehlert (10.2)

Ich wache auf. Es stinkt nach Schweiß, aber das ist nicht der Grund meines Erwachens. Ich habe schon wieder diesen Albtraum. Das ist jetzt schon das sechste Mal, dass ich ihn träume. Immer derselbe Traum. Er beginnt damit, dass ich wie jeden morgen aufstehe und meine Morgenroutine vollziehe und dann losgehe.
Auf meinem Weg zur Schule begegne ich einer alten Dame, die Handschuhe trägt und ich wundere mich warum, denn das Wetter ist warm. Als ich in den Bus einsteige, staune ich noch mehr, denn er ist leer und wenn jemand einsteigt, trägt er oder sie immer so einen komischen Mundschutz. Ich denke: ,,Bestimmt ist wieder so ein Feiertag“, fahre aber trotzdem weiter. Man weiß ja nie. An der Schule angekommen, ist das Gebäude geschlossen. An der Tür steht:,, Wegen Corona geschlossen“.
,,Bestimmt ist das nur ein Unwetter oder so“, denke ich und fahre nach Hause. Als ich zu Hause bin, rufe ich sofort meinen Freund Felix an und frage ob, wir uns treffen können. Laut und hysterisch lacht er und sagt mit zitternder und ängstlicher Stimme: ,,Guter Witz“ und legt auf. Ich bin sehr verwundert. Ich schalte den Fernseher ein, um mich zu informieren. Es ist überall Thema Nummer eins: Corona ist kein Unwetter, es ist ein VIRUS.
Weltweit haben es schon fast eine Millionen Menschen. Ein großer Schock für mich. Alles ist abgesagt, Schule, Training, Prüfungen und vieles mehr. Krankenhäuser sind überfüllt. Die Wirtschaft bricht zusammen. Daraufhin muss ich mich erstmal setzen, falle aber im nächsten Moment in ein schwarzes Loch. Drei Sekunden später finde ich mich in einem Krankenbett wieder. Es geht mir augenscheinlich sehr schlecht. Das EKG piepst immer
langsamer. Dann gar nicht mehr und plötzlich wache ich in meinem Bett auf.
Ich gehe runter, ziehe mir die Schuhe an und denke dabei, wie scheiße es wäre, wenn es diese Situation wirklich geben würde. Es ist Montagmorgen und ich gehe zum Bus. Er ist leer. Ich frage den Busfahrer, was los ist. Er lacht traurig und zeigt mir den Vogel. Der Busfahrer fährt los und ich hole mein Handy raus, tippe auf Nachrichten und da steht es … 1 Millionen Infizierte …

 

(Ergebnisse einer Schreibkonferenz von Frau Speckmann)

Wie Nintendo schon wieder den Nerv der Zeit trifft

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In der letzen Monaten gab es nur ein einziges Thema; es hält unsere Gesellschaft im Bann und dominiert die komplette Medienlandschaft. Sollte man sich aber in der Gaming Szene umhören, ist das Hauptthema ein ganz anderes. Ein Spiel, welches leichthin die gleiche Relevanz wie das Virus erreicht. Dieses Spiel heißt Animal Crossing New Horizons. Zumindest für einige sollten die Animal Crossing-Spiele bereits ein Begriff sein. Diese werden seit der Gamecube-Ära für jede relevante Nintendo-Konsole released. Animal Crossing sind recht simple Life Sim Games mit einfachem Feedback-Loop, Angeln/Insekten fangen, diese verkaufen, Schulden abbezahlen, wiederhohlen. Derlei entspannendes Gameplay macht diese Spiele zur idealen Erholung nach einem stressigen Tag.

Das Haupt-Feature der Serie ist das in Echtzeit ablaufende Spielgeschehen. Das heißt: An einem Tag gibt es nur eine bestimmte Anzahl an Dingen, die man tun kann, und Gebäude brauchen Zeit, bis sie fertig gebaut werden können. Dadurch wurde diese Mechanik oft als ,schlechtes‘ Gamedesign gesehen, unter anderem auch – ich gebe es zu – von mir. Jedoch wird gegen diese Entscheidung in New Horizons gearbeitet: mithilfe der sog. Nook-Meilen. Diese sind eine Art Erfahrungssystem, um kleine Aufgaben zu belohnen, wie 5 Fische zu fangen oder 20 Einheiten Unkraut zu verkaufen. Nook-Meilen kann man gegen Prämien eintauschen, um mehr Inventar-Slots, neue Crafting-Rezepte, mehr Frisuren oder Meilentickets zu erhalten. Tickets kann man am Flughafen abgeben und wird von dort auf zufällige Inseln geflogen. Dort kann man alles, was es auch auf der Hauptinsel gibt: mit noch einigen Vorteilen. Teilweise findet man nicht heimische Früchte, die man mitnehmen und anpflanzen kann oder gelangt auf die super seltene Vogelspinneninsel.

Durch den neuen Feedback-Loop ist New Horizons unglaublich motivierend; so ertappte ich mich ständig selbst bei Sätzen wie “Nur noch eine Aufgabe…” oder “Okay ich mach nur noch das…”. Dieses Spiel zieht einen mit seinem Charme in einen unglaublich festen Bann, dem man nur schwer entkommt. Auch dieser Beitrag verspätete sich um mehrere Tage, da ich dieses Spiel spiele und also “Besseres zu tun” hatte. Mit einem sehr belohnenden Gameplay und dem Online Multiplayer, der gute Server bietet, ist Animal Crossing die Socializing Möglichkeit und Beschäftigungstherapie der aktuellen Lage. Dieser unfassbar gut getimte Release kann eigentlich nur ein schlechter Scherz des Schicksals sein. Dadurch hat Nintendo schier unglaubliche Verkaufszahlen erreicht, mit allein 1,1 Mio. Verkäufen in den ersten drei Tagen in Japan: Man hatte also genau das richtige Spiel zur richtigen Zeit.